Der Style der Achtziger
"Wer sich an die 80er erinnern kann, der hat sich nicht erlebt." Falco
Die schrillen siebziger Jahre mit den grellen Farben der Disco-Zeit und der Hippie-Bewegung waren vorbei. Mit John Lennons Tod im Dezember 1980 wurde das Ende einer Ära und der Beginn eines neuen Zeitabschnitts eingeläutet: Die Achtziger.
Die Achtziger waren ein Jahrzehnt der Gegensätze: Der Kalte Krieg erlebte einen weiteren Höhepunkt genau wie die Anti-Atomkraft- und Friedensbewegung ihren ersten; die Aerobic-Welle schwappte nach Deutschland so wie die Fast-Food-Burger von McDonalds; und Popper und Yuppies trafen gestylt und geschniegelt auf Punks, die auch gestylt, aber weniger geschniegelt waren.

Es war das letzte Jahrzehnt vor der Öffnung des Ostblocks gen Westen, das letzte Jahrzehnt, in dem der Kalte Krieg die politische Weltbühne beherrschte. Die Weltöffentlichkeit war entsetzt, als die sowjetische Armee Afghanistan besetzte. Und die Olympischen Spiele wurden von beiden Seiten des Eisernen Vorhangs boykottiert: vom Westen die Sommerspiele in Moskau 1980 und vom Osten die Sommerspiele 1984 in Los Angeles. Ronald Reagan, der ehemalige Western-Held aus Hollywood, zog 1980 als Präsident ins Weiße Haus ein und wurde damit wegweisend für einen österreichischen Bodybuilder namens Arnold Schwarzenegger, der nur zwei Jahre später als "Conan, der Barbar" seine Hollywood-Karriere startete. Und in Deutschland wurde Helmut Kohl zum Bundeskanzler, der nach dem Fall der Berliner Mauer 1989 zum "Kanzler der Einheit" avancieren sollte.
In der BRD konnte man beobachten, dass die Generation der 68er erwachsen geworden war. Die Revoluzzer von gestern hatten ihr Studium abgeschlossen und die Demonstrationen und Sit-ins zu Gunsten von Reihenhäusern und festen Jobs aufgegeben. Man wählte nun andere Wege, die eigenen Ziele zu verwirklichen. In den achtziger Jahren gründete sich die Partei "Die Grünen", die mit ihrem Einzug in die deutschen Landesparlamente schnell ihren Durchbruch feiern konnte. Dabei konnte sie sich auf viele Anhänger der an Zugkraft gewinnenden Anti-Atomkraftbewegung stützen.
Auch musikalisch löste man sich deutlich von den vergangenen Jahren. Disco und Schlager wurden gegen Synthie-Pop, Neue Deutsche Welle und Punk eingetauscht. Sängerin Nena verzauberte alle und sorgte für frischen Wind in der "ZDF-Hitparade" und auch die junge Madonna stürmte erstmals die Charts. Modemäßig setzten diese beiden Frauen die Trends: Leggins, wilde Haare, ein bisschen Punk, ein bisschen Pop und alles unterlegt mit gut gelaunten Melodien.
Und das Fernsehen setzte in den achtziger Jahren neue Maßstäbe. Das Privatfernsehen ging auf Sendung und revolutionierte die deutsche Medienlandschaft. Der "Denver Clan" oder "Magnum", wo Tom Selleck mit Schnauzbart und rotem Ferrari seine Fälle löste, und "Knight Rider", wo David Hasselhoff sein Auto die Fälle lösen ließ, sind aus dem 80ern nicht wegzudenken. Wer es etwas gemütlicher mochte, konnte sich von den mehr oder weniger dramatischen Ereignissen in der "Schwarzwaldklinik" berieseln lassen.
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